Ursprung der Fastnacht

Aus der Seligenstädter Fastnachtstradition

Fastnacht in Seligenstadt hat eine lange Tradition. 1859 zog der erste närrische Lindwurm durch die Straßen und Gassen, formierten sich erste Wagen und Fußgruppen. Es war die „Gesellschaft der Freunde“ die damals als Ausrichter närrischen Spektakels fungierte. Diese Umzüge nahmen aber einen anderen Verlauf als heute:

Zuerst fand auf dem Marktplatz die Aufführung eines Theaterstücks statt, das gleichzeitig in das Motto des Zuges einführte. Der erste Zug 1859 thematisierte den „Freischütz".

Der erste Fastnachtszug, der von allen großen Seligenstädter Vereinen gestaltet wurde, zog im Jahr 1897 durch die Gassen der Einhardstadt. „Seligenstadt vor 1000 Jahren, heute und in 1000 Jahren“ lautete das Motto.

Es waren die „Gesellschaft der Freunde“, die die Vereinsvertreter zur Planung des närrischen Spektakels an einen Tisch luden. Von diesem Zug existieren noch gezeichnete Bilder. Drei Wagengruppen sind darauf zu sehen, die sich mit „Seligenstadt in 1000 Jahren“ befassten und große Visionen offenbarten. Demnach sollte es dann in Seligenstadt eine Handelszeitung geben, einen Stadtkommandanten, eine Handelskammer, ein Opernhaus mit viel Personal und eine Börse. Zudem sollte es – eine atemberaubende Vorstellung – in 1000 Jahren eine Damenturnriege geben. Ebenso ein Elektrizitätswerk.